Geopark

Seit November 2015 UNESCO Globaler GeoPark Schwäbische Alb

Katzenstein, eine Stauferburg aus dem 12. Jahrhundert

Die Burg Katzenstein ist eine historische Stauferburg aus dem 12. Jahrhundert. Mit ihrer romanischen Burgkapelle aus dem 14. Jahrhundert ist sie wohl eine der ältesten Burgen in Süddeutschland. Sie liegt auf dem unteren Härtsfeld zwischen dem wild-romantischen Katzenbach und dem Egautal.

Baustile und Baumaterialien der verschiedenen Gebäudeteile der Burg sind Zeugen einer abwechslungsreichen Geschichte und Geologie. Größtenteils ist die Burg aus hellen und dunklen Kalkgesteinen gebaut. Fenster und Türen des mittelalterlichen Teils der Burg Katzenstein sind mit einem löchrigen, etwas porösen Stein eingefasst, der sich in seiner Struktur und seinem Aussehen deutlich von den Kalksteinen der Schwäbischen Alb unterscheidet.

Es handelt sich um Suevit, den Schwabenstein, welcher einen Bogen ins benachbarte Ries schlägt. Durch die Untersuchung des Suevit wurde im Jahre 1960 das Rätsel der Riesenentstehung gelöst.

Suevit, der Schwabenstein – Erklärung

Die Entstehung und Verwendung des Schwabensteins: Entstanden aus einer kosmischen Katastrophe vor 14,5 Millionen Jahren. Damals raste ein etwa 1 km großer kosmischer Körper (Asteroid), begleitet von einem 150 m großen Trabanten, auf die Erde zu. Beide schlagen mit einer Geschwindigkeit von 70.000 km/h auf der Albhochfläche ein und erzeugen zwei Krater mit einem Durchmesser von 25 und 4 km – das Nördlinger Ries und das Steinheimer Becken.

Am Einschlagspunkt entsteht ein Druck von mehreren Millionen bar und eine Temperatur von mehr als 20.000 °C. Durch den Aufschlag wird der Asteroid und die getroffenen Gesteine verdampft und aufgeschmolzen, eine Druckwelle jagt mit Überschallgeschwindigkeit durch das getroffene Gestein, das stark verändert wird. In wenigen Sekunden entsteht ein 4,5 km tiefer Krater, ausgeworfene Gesteinsmassen bilden eine geschlossene Auswurfsdecke (bunte Trümmermassen), welche bis zu 50 km reicht. Gleichzeitig schließt eine heiße Glutwolke über dem Krater in die Atmosphäre.

Da der poröse Stein leicht zu bearbeiten ist und hervorragende Dämmeigenschaften aufweist, wird er in der Umgebung des Nördlingen Ries schon seit der Römerzeit, besonders im Mittelalter und bis ins 20. Jahrhundert, als Baustein verwendet.

Seit Beginn des 19. Jahrhundert wird Suevit auch als Zuschlagsstoff für die Herstellung von hydraulischem Zement und zur Verbesserung der Eigenschaft des Betons verwendet.

Der Suevit ist jedoch verwitterungsanfällig, so dass Restaurierungsarbeiten am historischen Gebäude notwendig werden. Neuerdings werden sie mit täuschend ähnlichem Kunstgestein durchgeführt, dem geringe Mengen natürlichem Suevit beigemengt sind. Der natürliche Suevit ist an der „Flädle" zu erkennen.

Türen und Fenster des mittelalterlichen Teils der Burg Katzenstein sind mit einem löchrigen porösen Stein mit schwarzen Einschüssen eingefasst.

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