Rundgang

Rundgang Burg Katzenstein

Nodger Wilhelm und seine Frau Maria Sidonia zu Oettingen-Baldern
Wir bedanken uns bei seiner Durchlaucht Fürst Moritz zu Oettingen-Oettingen-Wallerstein für die Bereitstellung der Bilder. 



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Neues Schloss
1669 ließ der Kommandant von Konstanz, kaiserlicher Feldmarschall-Leutnant und Kammerherr, Graf Notger Wilhelm von Oettingen-Baldern 
und seine Frau Maria Sidonia von Oettingen Baldern, welche die Erbtochter des letzten Freiherrn von Soedern war, das neue Schloss errichten.

In den 1970er Jahren entstand an den Wänden im Treppenhaus, durch den Maler Willi Wolf aus Dunstelkingen 
vergrößerte Darstellungen aus mittelalterlichen Handschriften.
Bild Nr. 1 zeigt die Erstürmung der Burg Sion durch König David, 2. Truhe mit Waffen 3. zeigt Marschall Albrecht von Rapperswil aus der Codex Manesse.

Ende der 1980er Jahre verfiel die Burg durch den Tod der damaligen Burgbesitzerfamilie Holl in den Dornröschenschlaf.
Am 11. November 1995 wurde das neue Schloss bei einem Brand zerstört. Nur das Dach wurde wieder aufgebaut,
der Rest der Brandstelle wurde nicht beseitigt. Erst 2006 wurde durch den heutigen Besitzer, das neue Schloss teils wieder ausgebaut und gereinigt.
Der Ausbau des Rittersaals soll in den nächsten Jahren stattfinden.
     

        

               
Waffenzimmer
Es werden ein Zweihandschwert, auch Gassenhauer genannt, zwei deutsche Hellebarden und mehrere verschiedene Helmtypen ausgestellt.
Im Waffenzimmer werden Nachbildungen mittelalterlicher Waffen und Rüstungsteile gezeigt.
Armbrust, Armbrustbolzen und Kanonenkugeln aus dem 30-Jährigem Krieg.
Keuschheitsgürtel und Kopien des Schwertes 0von Kaiser Barbarossa, Templerschwert, Excalibur.



 

               
Jagdzimmer
Das Jagdzimmer verdeutlicht die Bedeutung der Jagd für den Adel im Mittelalter. Sie war Privileg des Adels und dem einfachen Volk
in Deutschland bis 1848 verboten und mit Todesstrafe belegt. 
Noch heute unterscheidet das deutsche Jagdrecht in Hoch- und Niederwildjagd,
einst für hohen und niederen Adel. 

Einige Trophäen geben dem Raum seine unverwechselbare Atmosphäre.
Dachs, Damwild, Rothirsch und Elenantilope, Kudu, Waschbären.

 

        
 Burgkapelle zum Heiligen Laurentius
Die Bauzeit der Kapelle wurde auf die Zeit nach 1191 datiert, dies geschah aufgund dendrologischer Untersuchung der
Deckenbalken der Burgkapelle, bei der ein Fälldatum in den Jahren 1191/92 ermittelt wurde. 50 Jahre nach dem Bau der Kapelle
wurde diese mit beeindruckenden Seccomalereien ausgestattet. Im Laufe der Jahre wurden diese romanischen Wandbilder mehrfach
übermalt, zuletzt durch eine dicke weiße Farbschicht, und waren so dem Betrachter verborgen.
Zwischen 1970 und 1973 wurden die Wandbilder aufwendig freigelegt und restauriert. Seitdem sind Sie im Rahmen der Führungen
zu besichtigen. Die Burgkapelle mit ihren Wandbildern aus dem 13./15./17. Jahrhundert stellt das Schmuckstück der Burg Katzenstein dar.
Durch die Jahrzehnte lange Stilllegung der Burganlagen, drang durch das notdürftige Dach über der Ruine des Alten Schlosses Wasser
in die Verbindungswand zwischen den beiden Gebäuden Feuchtigkeit ein. Im Jahr 2014 wurden in Zusammenarbeit mit
Frau Klostermann vom Landesdenkmalamt für Denkmalpflege, Frau Dr. Jacobs und der Diplom Restauratorin Frau Schreiber-Knaus,
eine umfangreiche Sanierung in der Kapelle durch geführt. Hier wurde ein sogenannter Opferputz aufgezogen, der die Aufgabe hat,
die Wand zu entsalzen. So ist es gelungen, dieses Juwel romanischer Malkunst für die Nachwelt zu erhalten. 
Die Darstellung der Ordnung der Welt zeigt in der Apsis Christus als Weltenrichter. 
Der heilige Laurentius war römischer Diakon und starb im Jahre 258 den Märtyrertod. Nach der Schlacht auf dem Lechfeld,
die 955 am 10. August, dem Gedenktag des Heiligen stattfand, verbreitete sich die Laurentiusverehrung in Deutschland.


           

Altes Schloss (Küchenbau)
Das alte Schloss befindet sich zwischen Turm und Kapellenbau. Seine historische Größe kann an der Außenmauer des Turmes ermessen werden,
hier sieht man den ehemaligen Giebel des Küchenbaus, dessen Form als Anschluss ins Mauerwerk eingeschlagen wurde.
Nach dem Einsturz 1904  war das Gebäude lange Zeit eine Ruine.
In Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt wurde 2013-2015 das noch erhaltenen Gebäude grundsaniert und durch eine neue
Dachkonstruktion von Witterungseinflüsse geschützt. So ist hier in historischer Umgebung ein moderner Raum entstanden.
In einer kleinen Nische, südöstlich des Raumes befindet sich ein Abtritt, sowie weiter links der Durchgang zum Bergfried,
dieser wurde in der Zeit, als dieses dreistöckige Gebäude noch als Küche genutzt wurde als Vorratslager angelegt.
Durch den Aufbau  des alten Schlosses bietet die Burg Katzenstein nun wieder den Eindruck einer geschlossenen Burganlage.


        
Wachraum
Befindet sich neben der Burgkapelle. Das Kellergewölbe des Küchenbaus, das heute über den Kapellenbau betreten werden kann und
vermutlich der Aufenthaltsraum der Burgmannschaft war. Hier konnten sich die Soldaten der Burg ihre Zeit bei Würfelspielen vertreiben.
Ein offener Kamin sorgte für Wärme und notdürftiges Licht.
Die kleinen Fenster bieten einen Eindruck von den schlechten Lichtverhältnissen auf einer mittelalterlichen Burg.

 
             
Bergfried
Der Katzenturm stellt den ältesten Kern der Burganlage dar.
Einer Legende nach musste hier der Wendenprinz Chakaz im Auftrag des bayerischen Herzogs Tassilo einen Turm errichten.
Der Katzenturm ist 30 Meter hoch und erhebt sich über einer Grundfläche von 8 x 8 Metern. Sieben Meter über dem heutigen Eingang
befindet sich der mittelalterliche Hocheingang. Für den Zutritt zum Turm wurde eine Leiter benötigt, dies diente der Sicherheit.
Im Erdgeschoss befand sich das Verlies, welches nur durch das Angstloch in der Decke zugänglich war. Im zweiten Obergeschoss ist der Wohnraum,
mit dem Abritt und dem offenen Kamin. Darüber befindet sich ein Schlafzimmer. Eingeritzt in das Gesims des offenen Kamins
findet sich hier  die älteste Darstellung von Katze und Lilie, die heute noch Bestandteil des Burgwappen sind.
Von der Wehrplatte aus hat man einen herrlichen Blick über das Härtsfeld bis zum Kloster Neresheim.


          

Brunnenstube 
Die Brunnenstube liegt unter dem Palas. Dieser Raum wird geprägt durch das doppelte romanische Tonnengewölbe, das mittig auf drei Bögen ruht.
I
m südlichen Bereich des Raumes befindet sich der 23 Meter tiefe in den Fels gehauene Burgbrunnen, der die Wasserversorgung der Burganlage sicherstellte.
Hinter dem Brunnen zeigt sich der gewachsene Fels, auf den die Burganlage gegründet ist.
Die Brunnenstube ist sowohl an ihrer Süd- als auch an ihrer Ostseite direkt an den Felsen angelehnt. Dieser Fels und die 2,20 Meter starken Mauern sorgen dafür,
dass dieser Raum das ganze Jahr über in ungeheiztem Zustand eine relativ konstante Temperatur von 14 – 18° Celsius aufweist.


 

          
Staufersaal
Der romanische Palas indem sich der Staufersaal befindet, wurde vermutlich zeitgleich mit der Aufstockung des Turmes um das Jahr 1225 herum gebaut. 
amals wurde der Zugang zur Burg geändert und der alte Zugang vermauert. Die alte Einlasspforte ist heute noch an der Nordwestecke des Palas
i
n der Außenmauer sichtbar.  Durch dieses Tor gelangte man damals in die Burg. Dieser Raum wurde für Empfänge und Feste genutzt. 
Heute finden Sie Bilder aus dem Codex Manesse des Malers Willi Wolf. Diese Darstellungen sind die größten der Welt!





 

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